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Bezirkstag 2024: Gemeinsam Glauben erleben

 

Etwa 350 Gläubige kamen am 1. September in der Autalhalle Niedernhausen zusammen, um beim Bezirkstag des Kirchenbezirks Wiesbaden einen Tag voller Gemeinschaft, geistlicher Impulse und abwechslungsreicher Aktivitäten zu erleben.

Nach langer Pause konnte der Kirchenbezirk Wiesbaden am 1. September 2024 wieder einen Bezirkstag abhalten. Rund 350 Gläubige folgten der Einladung in die Autalhalle nach Niedernhausen, wo sie einen Tag mit einem gemeinsamen Gottesdienst, vielen Begegnungen und abwechslungsreichen Aktivitäten erlebten. Bereits am Morgen wurden die Ankommenden herzlich mit Kaffee empfangen, bevor die Jugend musikalisch auf den bevorstehenden Gottesdienst einstimmte.

Bezirksgottesdienst: Gott kommt zu den Menschen

Der Gottesdienst, der um 11 Uhr begann, wurde von Bezirksvorsteher Matthias Schäfer geleitet. Grundlage seiner Predigt war ein Bibelwort aus 1. Mose 3,8: „Und sie hörten Gott den Herrn, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des Herrn zwischen den Bäumen im Garten.“ 

Zunächst ging Bezirksvorsteher Schäfer auf das zuvor vorgetragene Chorlied ein: „Betende Hände braucht unsere Zeit“. Er zitierte Martin Luther, der das Gebet als „Handwerk des Christen“ bezeichnete, und betonte dabei, wie wichtig das Gebet für andere Menschen sei. Er stellte die Herausforderung dar, dass etwa zwei Drittel der rund 3.200 Glaubensgeschwister im Bezirk Wiesbaden nicht mehr aktiv am Gemeindeleben teilnehmen. Wie können wir „aufeinander zugehen“ - gerade, wenn bereits viele Gespräche geführt und alle Argumente ausgetauscht sind?

Evangelist Schäfer verwies hierzu auf die Bibelgeschichte von Maria, Martha und Lazarus als Beispiel dafür, wie wichtig es ist, mit allen unseren Anliegen zu Jesus zu kommen. Als Lazarus krank wurde, baten seine Schwestern Jesus um Hilfe. Auch heute können wir Jesus Christus für unsere Anliegen um Unterstützung bitten, denn: „Beten wirkt“. Jesus hilft – wenn auch nicht unbedingt sofort und unseren persönlichen Vorstellungen entsprechend, so wie er auch damals nicht sofort nach Bethanien ging, um Lazarus zu heilen, ihn aber schließlich von den Toten auferweckte.

Zum Bibelwort aus 1. Mose 3,8 erläuterte Evangelist Schäfer, dass Gott immer wieder zu den Menschen kommt, ob seinerzeit im Garten Eden oder durch die Sendung Jesu Christi. Gott „besucht“ die Menschen. Seine Botschaft ist eine bedingungslose Liebe. „Du musst keine Verdienste erbringen“, betonte der Bezirksvorsteher, aber die entscheidende Frage sei dieselbe, die Jesus auch Petrus gestellt habe: „Hast Du mich lieb?“ Das endgültige Ziel sei es, in einer ewigen Gemeinschaft mit Gott zu leben, in der keine Besuche mehr notwendig sind.

Bezirksevangelist Laux ergänzte die Predigt und hob dabei die Bedeutung des persönlichen Gebets hervor. „Mit Gott können wir über alles reden, ohne dass es am nächsten Tag im Internet steht“, so der Bezirksevangelist. „Gott ist uns immer nahe, auch wenn wir Fehler machen. Sein Grundton ist immer: ‚Ich habe dich lieb.‘“

Hirte Müller bereitete die Gemeinde anschließend auf die Sündenvergebung und die Feier des Heiligen Abendmahls vor. Er erinnerte daran, dass Gott die Menschen einlädt, ihm im Sakrament des Abendmahls nahe zu sein. Während zuvor die Rede davon war, dass Gott uns besucht, lädt er uns nun ein, ihm zu begegnen.

Musikalisch wurde der Gottesdienst von einem Orchester, dem Kinderchor und den Sängerinnen und Sängern des Bezirks begleitet, die für eine festliche Atmosphäre sorgten.

Vielfältiges Nachmittagsprogramm

Nach dem Gottesdienst fand ein gemeinsames Mittagessen statt, das mit Unterstützung des Cateringservices der Firma Dittmann organisiert wurde. Dank der Zusammenarbeit mit zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern aus dem Kirchenbezirk wurden die Teilnehmenden bestens betreut und professionell versorgt.

Am Nachmittag gab es ein vielfältiges Programm für alle Altersgruppen. Die Kinder konnten sich beim Spielmobil, Schminken und Riesenseifenblasen vergnügen oder mit einer „Farbschleuder“ kleine Kunstwerke schaffen. Erwachsene konnten am Workshop „Stimme in Bewegung“ teilnehmen, der von Tina Yao geleitet und von Jens Oster am Klavier begleitet wurde, oder einen Vortrag zur Entstehung und Entwicklung der Neuapostolischen Kirche besuchen. Diesen hielt Matthias Hagemann, der ein Experte und Kenner der neuapostolischen Kirchengeschichte ist. Wer es entspannter angehen wollte, nutzte die Gelegenheit zu Gesprächen bei Kaffee und Kuchen.

Auch die Tischtennisabteilung der Turngemeinde Oberjosbach 1899 e.V. trug zum Gelingen des Bezirkstages bei. Die bereits 1959 gegründete Gruppe stellte unentgeltlich Tische und Equipment zur Verfügung. Abteilungsleiter Stefan Hauf, dem die Förderung des Tischtennissports besonders am Herzen liegt, ließ es sich nicht nehmen, persönlich vorbeizuschauen und für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen.

Eine weitere sportliche Aktivität war das „Bubble Soccer“, eine spaßige und körperlich intensive Variante des klassischen Fußballs, bei der die Spieler in großen, aufblasbaren, durchsichtigen Bällen stecken. Diese Bälle bedecken den Oberkörper und Kopf, sodass nur die Beine frei sind, um zu laufen und den Ball zu treten.

Abschlussveranstaltung

Den Abschluss des Tages bildete eine bunte Bühnenveranstaltung. Im Mittelpunkt stand ein Quiz, bei dem in mehreren Runden jeweils drei Teilnehmende gegen die Bezirksleitung antraten. In der ersten Runde stellten Kinder pantomimisch Bibelszenen dar, die erraten werden mussten. In den späteren Runden traten gemischte Teams aus Jung und Alt gegen „Die Drei“ aus der Bezirksleitung an. Heiterkeit entstand auch bei Fragen zu Fun Facts über die Bezirksvorsteher – wie etwa, wer in seiner Kindheit einmal nicht weniger als 13 Stück Kuchen bei einer Geburtstagsfeier gegessen hatte.

Zum Abschluss des Programms präsentierten die Teilnehmenden des Workshops „Stimme in Bewegung“ ein Lied, das Singen und Bewegung vereinte und eine frische und abwechslungsreiche Klangfarbe bot. Danach sangen die Kinder gemeinsam mit allen Anwesenden das interaktive Lied „Bist Du groß oder bist Du klein?“, das den Bezirkstag stimmungsvoll abrundete.
 

15. Oktober 2024
Text: Thomas Brunschede
Fotos: Thomas Brunschede, Dieter Herold, Patrick Lanners

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