Am Sonntag, 13. September 2026, wurde die Autalhalle in Niedernhausen zu einem Ort der Begegnung, des Glaubens und der Gemeinschaft. Unter dem Motto „Gemeinsam glauben – mutig leben“ kamen rund 300 Gläubige des Kirchenbezirks Wiesbaden zu einem besonderen Bezirkstag zusammen.
Bereits am Vormittag wurde deutlich, dass der Tag für alle Generationen gestaltet war. Nach der musikalischen Einstimmung durch Chor, Orchester und Jugendchor sowie einem gemeinsamen Taizé Gesang begann um 10:30 Uhr der Gottesdienst unter der Leitung von Bezirksvorsteher Hans-Dieter Laux.
Gemeinsam glauben
Mit dem Eingangslied „Auf, lass uns Zion bauen“ (Gesangbuch Nr. 365) nahm der Gottesdienst das Motto des Tages auf. Ein besonderes Zeichen dafür war auch der gemeinsam gestaltete Altarschmuck: Jede Gemeinde hatte einen individuell bemalten Blumentopf mitgebracht. Aus den vielen einzelnen Blumen entstand ein buntes Gesamtbild – ein Sinnbild dafür, wie aus vielen Einzelnen eine Gemeinschaft wächst. Jeder Mensch bringt seine eigenen Begabungen und seinen Glauben ein und wird so zu einem Teil der ganzen Gemeinde.
Von diesem Bild ausgehend richtete Bezirksvorsteher Hans-Dieter Laux den Blick auf die Aufgabe jedes Einzelnen, den Glauben auch im Alltag sichtbar werden zu lassen. Verkündigung beginne nicht erst mit großen Worten, sondern oft in ganz persönlichen Begegnungen. Echtes Interesse am anderen und persönliche Nähe können den Boden bereiten, auf dem ein Gedanke des Glaubens wachsen kann. Zugleich betonte er, wie wichtig es sei, das Evangelium zu kennen, sich damit auseinanderzusetzen und auch darüber ins Gespräch zu kommen. So könne der eigene Glaube auch im Alltag lebendig bleiben und in jeden Lebensbereich hineingetragen werden.
Diesen Gedanken führten die weiteren Predigtbeiträge auf unterschiedliche Weise fort. Priester René Schwertfeger nahm mit dem Bild vom „Autofahrer-Ich“ eine Alltagssituation in den Blick und fragte, ob wir hinter dem Steuer tatsächlich dieselben Menschen sind wie in der Kirche oder anderen Lebensbereichen. Seine Frage lud dazu ein, das eigene Verhalten und die eigene Haltung bewusster wahrzunehmen.
Priesterin Jessica Grams richtete den Blick anschließend auf die Frage, wie Glauben weitergegeben werden kann, wenn einem selbst manchmal die passenden Worte fehlen. Mit dem Beispiel von Mose, dem Gott seinen Bruder Aaron als Sprecher zur Seite stellte, machte sie Mut: Es braucht nicht immer die großen Worte. Entscheidend ist, den Glauben dort sichtbar werden zu lassen, wo das eigene Leben stattfindet – durch das eigene Handeln und im Umgang miteinander. Denn auch Taten können sprechen und Evangelium weiter tragen.
Dann bereitete Priester Patrick Lanners die Gemeinde auf die Sündenvergebung und die Feier des Heiligen Abendmahls vor. Dabei erinnerte er daran, dass Gott jeden Menschen dazu ganz persönlich einlädt, ihm im Sakrament nahe zu sein – und zugleich Teil der Gemeinschaft der Kirche Jesu Christi zu sein. Jesus ist in diesen Augenblicken ganz nah bei uns; inmitten seiner Kirche.
Kinder mitten in der Gemeinschaft
Während die Erwachsenen Gottesdienst feierten, erlebten auch die Jüngeren ihren Vormittag in altersgerechter Gemeinschaft. Parallel fanden die Vorsonntagsschule, gestaltet von Anke Göbertshan, sowie die Kindergottesdienste für die 6- bis 9-Jährigen mit Priester Manuel Mock und für die 10- bis 14-Jährigen mit Priester Johannes Herber statt. Zum Ende des Gottesdienstes kehrten die Kinder singend in die große Gemeinde zurück. Mit dem Lied „Lasst uns miteinander, lasst uns miteinander singen, loben, danken dem Herrn“ zogen sie nach vorne und wurden sichtbar Teil der Gemeinschaft. Anschließend feierten sie gemeinsam mit der gesamten Gemeinde das Heilige Abendmahl.
Gemeinsam an einem Tisch
Nach dem Gottesdienst fand ein gemeinsames Mittagessen statt, das auch in diesem Jahr wieder mit Unterstützung des Cateringservices der Firma Dittmann organisiert wurde. Dank der Zusammenarbeit mit vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern war bestens auch für das leibliche Wohl gesorgt.
Ein Nachmittag voller Begegnungen
Am Nachmittag öffnete der „Marktplatz der Möglichkeiten“ rund um die Autalhalle seine Angebote. Für Kinder gab es zahlreiche Aktionen wie Luftballontiere, große Seifenblasen, Kinderschminken, eine Farbschleuder, Sonnenfänger und Stelzenlaufen. Auch Jugendliche und Erwachsene konnten an verschiedenen Workshops und Angeboten teilnehmen und dabei Gemeinschaft erleben.
Ein besonderes Beispiel für das Miteinander der Generationen bot der Cocktailstand der Jugend des Bezirks Wiesbaden, an dem Jugendliche und Senioren gemeinsam alkoholfreie Cocktails zubereiteten. Auch die Sternenkinder waren mit einem Mitmachangebot vertreten. Kooperationsspiele wie ein Seilspiel und ein großes Jenga verdeutlichten zudem die Bedeutung von Vertrauen und gemeinsamer Zusammenarbeit.
Ein weiterer Höhepunkt war der Impulsvortrag „Zwischen Angst und Hoffnung – Gott vertrauen statt verzweifeln“ von Priesterin Manuela Backes aus Trier. Musikalisch bereicherte Marlies Jensen den Nachmittag mit „Komm, wir machen Musik!“.
Um 16 Uhr führten die Kinder das Musical „Jesus stillt den Sturm“ auf und vermittelten dabei die Botschaft, dass Vertrauen auch in schwierigen Zeiten Halt geben kann. Mit viel Freude, Engagement und Begeisterung brachten die Akteure die biblische Geschichte auf die Bühne. Die Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten die Aufführung mit großer Freude und ließen sich von der Begeisterung der Kinder anstecken.
Ein Wort für den Weg
Zum Nachmittag war auch Bischof Matthias Schäfer zum Bezirkstag hinzugekommen. Mit seinem Schlussimpuls gab er den Gläubigen einen Gedanken mit auf den Weg, der den gesamten Tag noch einmal zusammenfasste.
Im Mittelpunkt stand dabei das Bibelwort aus Apostelgeschichte 2,42: „Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.“ Bischof Schäfer machte deutlich, dass Glauben an diesem Tag im Miteinander und im Heute gelebt wurde. „Wo Glaube in der Gemeinschaft geteilt wird, da wächst er“.
Damit schloss sich der Kreis zum Motto „Gemeinsam glauben – mutig leben“. Denn an diesem Tag wurde der Glaube nicht nur im Gottesdienst miteinander geteilt. Er konnte auch im vielfältigen Nachmittagsprogramm sichtbar werden.
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