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Liebe statt Leistung
Vorstehertag in Bad Schwalbach

 

Am 23. August 2026 kamen die Vorsteher und ihre Vertreter sowie die Bezirksbeauftragten des Kirchenbezirks mit ihren Partnerinnen und Partnern zu einem gemeinsamen Tag in Bad Schwalbach zusammen. Den Auftakt bildete ein Gottesdienst mit Bischof Pascal Strobel. Nach dem Gottesdienst standen Begegnung, Austausch und gemeinsame Aktivitäten im Mittelpunkt.

Bischof Pascal Strobel, der Apostel Gert Opdenplatz im Arbeitsbereich Süd in den Bezirken Saar-Pfalz und Trier unterstützt, legte seiner Predigt das Bibelwort aus Römer 8,15 zugrunde: „Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen Geist der Kindschaft empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater!“

Bischof Strobel stellte Gott als den liebenden Vater in den Mittelpunkt seiner Predigt. Anhand eines anschaulichen Vergleichs verdeutlichte er das Wesen dieser Beziehung: Ein Junge, der im Waisenhaus unter strengen Regeln und ständiger Strafandrohung aufwuchs, wurde adoptiert. Trotz seines neuen Zuhauses lebte er in der ständigen Angst, bei Fehlern wieder weggeschickt zu werden – bis seine Adoptiveltern ihm versicherten: „Du bist unser Sohn. Wir lieben dich, auch wenn Du Fehler machst.“ 

Auf das Glaubensleben übertragen bedeute dies: Christen dienen Gott nicht aus Angst, Zwang oder in der Erwartung einer Gegenleistung, sondern aus Liebe. Anders als in einer von Leistung geprägten Gesellschaft bestimme sich die Beziehung zu Gott nicht danach, was ein Mensch leiste. Entscheidend sei die Gewissheit, von Gott geliebt und als sein Kind angenommen zu sein.

Mit der Kindschaft verband Bischof Strobel zugleich den Blick in die Zukunft: Kinder seien auch Erben. Wer sich als Kind Gottes verstehe, dürfe deshalb auf die Zukunft vertrauen, die Gott seinen Kindern verheißen habe.

Bezirksvorsteher Laux griff in seiner Predigtzugabe den Gedanken des liebenden Vaters auf. Schlimme Folgen menschlichen Handelns seien nicht als Strafe Gottes zu verstehen: Böses komme niemals von Gott.

Priesterin Jutta Caspari stellte die Bedeutung der Liebe für Entwicklung und Wachstum heraus. Mit dem Hinweis auf Untersuchungen zur Entwicklung von Säuglingen verdeutlichte sie, wie wesentlich Zuwendung, Berührung und Nähe für menschliches Leben und Wachstum sind.

Zur Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl nahm Bischof Schäfer nochmals den „Abba“-Ruf aus dem Bibelwort auf. Das „Vater unser“ sei dieser gemeinsame Ruf der Gemeinde zu Gott – verbunden mit der Gewissheit, dass Gott für seine Kinder immer einen Platz an seinem Tisch habe.

Begegnung und Austausch

Nach dem Gottesdienst wechselte die Gruppe ins Restaurant Platte Da Nunzio in Bad Schwalbach. Nach dem gemeinsamen Mittagessen führte der weitere Weg in den nahe gelegenen Kurpark, wo eine Fahrt mit der Bad Schwalbacher Kurbahn auf dem Programm stand.

Die heutige Ausflugsbahn hat ihren Ursprung in einer Feldbahn, die seit 1926 das für die Bad Schwalbacher Kuranwendungen benötigte Heilmoor von den Moorgruben zum Moorbadehaus transportierte. Nach dem Ende des Moortransports wurde die Bahn für den Ausflugsverkehr wiederbelebt und führt heute auf 600 Millimetern Spurweite durch den Kurpark.

Zum Abschluss kehrte die Gruppe in die Bad Schwalbacher Kirche zurück. Bei Kaffee und Kuchen bot sich noch einmal Gelegenheit für Gespräche und persönlichen Austausch – und damit für das, was den Vorstehertag neben dem Gottesdienst prägte: Zeit füreinander und die Begegnung über die Gemeindegrenzen hinweg.

21. Oktober 2026
Text: Thomas Brunschede
Fotos: Thomas Brunschede

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