Mit harmonischen Klängen stimmte ein Instrumentalensemble Geschwister aus Niedernhausen, Oestrich-Winkel, Taunusstein und Wiesbaden am 7. Juli auf den Gottesdienst ein. Sie alle feierten am 7. Juli zusammen mit Bischof Pascal Strobel den Gottesdienst für Entschlafene in Wiesbaden.
Gott ist ganz nah – diese Zusage aus dem Lied, das der Chor zu Beginn des Gottesdienstes sang, stellte Bischof Strobel in Zusammenhang mit dem Bibelwort aus dem Römerbrief: „Denn wer den Namen des Herrn anruft, wird selig werden.“ Er machte den Gläubigen Mut, sich in jeder Lebenslage an Gott zu wenden und seinen Namen anzurufen. Gott sagt uns oft nicht konkret, was wir tun sollen, so der Bischof, aber wer die Impulse aus dem Heiligen Geist beachtet, kann die richtige Perspektive einnehmen und dann auch eine gute Lösung finden. Der Bischof erzählte dazu eine kleine Geschichte und wandte sich damit vor allem an die Kinder: Ein Blinder haderte mit Gott, weil es allen anderen besser ging als ihm, der nicht sehen konnte. Und ein Lahmer haderte mit Gott, weil es allen anderen besser ging als ihm, der nicht gehen konnte. Irgendwann trafen sich die beiden, und jeder erzählte dem anderen, wie schlecht es ihm ging – bis der Lahme eine Idee hatte: „Wenn du mich auf die Schultern nimmst und mich trägst, sage ich dir, wohin du gehen musst.“ So konnte sie gemeinsam überall hingehen. Sie lobten Gott, denn er hatte zwar ihre Gebrechen nicht geheilt, aber ihnen etwas viel Wichtigeres geschenkt: einen Freund.
Bezirksevangelist Hans-Dieter Laux verglich das Beten mit einem Kind, das mit einer Bitte immer wieder zu den Eltern kommt. Während diese vielleicht irgendwann mit „Du nervst!“ reagieren, verliert Gott nie die Geduld mit uns. Wir dürfen immer wieder zu ihm kommen, auch mit derselben Bitte. Evangelist Jens Oster griff den Anfangsgedanken auf und betonte, dass Gott tatsächlich immer nah bei uns ist, auch wenn wir das manchmal nicht spüren. Er riet den Gläubigen, sich auch im Alltag immer wieder Zeit zu nehmen, um Kontakt zu Gott aufzunehmen.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls leitete Bischof Strobel zum Fürbittgebet über. Er erinnerte an Menschen, die in Angst und Verzweiflung gestorben sind, vor allem die vielen Opfer der Kriege, die momentan herrschen. Sie hätten vielleicht auch zuvor Gott angerufen, seine Hilfe und Gegenwart aber nicht erlebt. Ihnen solle besondere Fürbitte gelten. Das Gebet wurde vorbereitet von dem Lied „Lord, how can I ever praise You“, das von Ingmar Roß (Trompete), Eva Busch (Geige) und Tobias Bergmann (Flügel) vorgetragen wurde. Nach dem Gebet trugen Chor und Violinistin das zu Herzen gehende „Sehn wir uns wohl einmal wieder“ vor. Mit dem hoffnungsvollen Gedanken „Ja gewiss, wir sehn uns wieder“ klang der Gottesdienst aus.
11. Juli 2024
Text:
Annette Conrad
Fotos:
Thomas Brunschede
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