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„Ihr seid Kinder des Lichts“
Heilige Versiegelung in Taunusstein

 

Am Mittwoch, dem 4. Dezember 2024, kam die Gemeinde in Taunusstein zu einem besonderen Gottesdienst zusammen, den Apostel Gert Opdenplatz leitete. Im Mittelpunkt stand das Licht, das Jesus Christus in die Welt bringt. Einen Höhepunkt des Gottesdienstes bildete die Sakramentsspendung der Heiligen Versiegelung.

Zu Beginn seiner Predigt griff Apostel Opdenplatz die Worte des Bezirksapostels aus dem Gottesdienst vom Sonntag zuvor auf: „Die auf Gutes bedacht sind, werden Güte und Treue erfahren.“ Dabei betonte er, wie wichtig es für das Gemeindeleben sei, einander mit Wohlwollen zu begegnen und stets das Beste im Anderen zu erkennen. Das Gute werde in der Bibel häufig durch Licht symbolisiert, erklärte der Apostel, und knüpfte damit unmittelbar an das Bibelwort aus Jesaja 9,1 an, das dem Gottesdienst zugrunde lag: „Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.“

Der Apostel verband dieses Bibelwort zunächst mit der Schöpfungsgeschichte, in der Gott sprach: „Es werde Licht.“ Dieses Licht sei mehr als Sonne, Mond und Sterne – es symbolisiere die Nähe zu Gott, die Orientierung gibt und Hoffnung schenkt. Er bezog sich dabei auf eine Botschaft des Apostels Paulus aus dem Epheserbrief: „Ohne Gott ist der Mensch selbst Finsternis.“ Doch durch den Glauben und die Sakramente werden die Gläubigen zu Lichtträgern, die das empfangene göttliche Licht weitergeben.

In diesem Zusammenhang schilderte der Apostel eine Kindheitserinnerung: Während eines Übertragungsgottesdienstes ohne Bild verkündete der damalige Stammapostel Schmidt das Jahresmotto: „Schaut auf das Licht und nicht in die Finsternis.“ Zeitgleich erhellte die Sonne ein buntes Kirchenfenster, was diesen Moment für den damals achtjährigen Gert Opdenplatz besonders einprägsam machte. Dieser Augenblick habe gezeigt, dass Gottesdienste auf ganz unterschiedliche Weise wirken können – sei es durch die Predigt, durch Musik oder durch einfache Sinneseindrücke wie Licht und Farben, so der Apostel.

Anschließend sprach er über die Kraft des göttlichen Lichts in einer oftmals düsteren Welt. Ausgehend von einer biblischen Geschichte erklärte er, wie das Licht Gottes Menschen in Zeiten von Leid und Krieg Hoffnung und Veränderung bringt. Besonders betonte er, dass Jesus seinerzeit bewusst in Galiläa wirkte – einer Gegend, in der der jüdische Glaube in den Hintergrund gedrängt worden war.

Er erinnerte daran, dass das göttliche Licht, das mit Jesus Christus kam, auch heute noch aktuell sei. Angesichts der Dunkelheit, die in der Welt herrsche, bringe Christus eine universelle Heilsbotschaft für alle Menschen. In der zukünftigen neuen Schöpfung werde Gottes Licht alles erleuchten, und Dunkelheit werde keinen Platz mehr haben.

Der Apostel rief die Gemeinde dazu auf, als „Lichtträger“ zu wirken, das Evangelium weiterzugeben und das empfangene Licht durch Worte und Taten sichtbar werden zu lassen. Dabei betonte er, dass Gläubige keine Angst vor schwierigen Situationen haben müssten, denn Christus sei immer an ihrer Seite und gebe ihnen genügend Licht für den nächsten Schritt. „Habt keine Angst. Christus ist bei euch – alle Tage, bis an der Welt Ende.“

Sakrament der Versiegelung

Nach einem Predigtbeitrag des Bezirksvorstehers Matthias Schäfer und der sakramentlichen Vorbereitung durch Bezirksevangelist Hans-Dieter Laux erreichte der Gottesdienst einen feierlichen Höhepunkt in der Heiligen Versiegelung von Christine Krause-Boles. In seiner Ansprache zu diesem Anlass zitierte Apostel Opdenplatz aus den Abschiedsreden Jesu (Johannes 15,16): „Ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt.“

Der Apostel erklärte, dass es zwar die eigene Entscheidung sei, der Kirche zugehörig zu sein, doch die Erwählung immer von Gott ausgehe. Gott ist der Erwählende. Mit dieser Erwählung sei jedoch auch eine Bestimmung verbunden: Hinzugehen und Frucht zu bringen.

Neuapostolischer Christ zu sein bedeute nicht, sich passiv darauf zu verlassen, getauft und versiegelt zu sein. „Es geht darum, das empfangene Licht weiterzutragen.“ Die Früchte, die die Gläubigen bringen sollen, sind die Früchte des Geistes: Güte, Gerechtigkeit, Wahrheit und Demut. Der Apostel betonte, dass diese Früchte – anders als natürliche Früchte – bleiben. Sie vergehen nicht und sind beständig.

Nach der Feier des Heiligen Abendmahls beendete der Apostel den Gottesdienst mit Gebet und abschließendem Segen.
 
 

12. Januar 2025
Text: Thomas Brunschede
Fotos: Thomas Brunschede, J.E. Brunschede

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