Am Sonntag, den 24. August 2025, feierte die Gemeinde Bad Schwalbach mit eingeladenen Gästen einen Festgottesdienst zum 150-jährigen Bestehen des Kirchengebäudes. Auch Vertreter der heutigen anglikanischen Gemeinde aus Wiesbaden nahmen daran teil.
In seiner Predigt hob Gemeindevorsteher Evangelist Gerald Götte die Bedeutung der Gemeinschaft mit Gott sowie die Rolle Jesu Christi als Eckpfeiler der Kirche hervor. Christus ist der Eckstein und das Fundament der Kirche. Er ist heute noch genauso lebendig und in seinem Wirken erfahrbar wie zu jeder anderen Zeit. Durch seine Menschwerdung zeigt Gott seine Nähe und Liebe zu den Menschen. Evangelist Götte betonte die Notwendigkeit, die rettende Botschaft Jesu Christi weiterzutragen, die Liebe Gottes zu erfahren und diese Hoffnung als lebendige Hoffnung zu bewahren.
Die Kirche bildet zudem einen Ort der Gemeinschaft. Das Kirchengebäude wurde aus dem Wunsch heraus erbaut, geistliche Nähe zu Christus zu erfahren. Es ist ein Ort der Ruhe, des Trostes sowie der Gemeinschaft mit Gott und untereinander. Diese persönliche Beziehung zu Gott ist zentral für das christliche Leben. Dabei geht es nicht nur um die irdische Gemeinschaft, sondern um die ewige Verbundenheit mit Gott.
Priester Michael Fuhlrott ging in seiner Co-Predigt auf das Symbol des Ankers ein. In der christlichen Tradition steht es unter anderem für Hoffnung. Der Anker symbolisiert Stabilität im Glauben, selbst wenn Lebensstürme versuchen, den Menschen von Gott wegzutreiben. Er bezog sich dabei auf den Römerbrief, in dem Paulus schreibt, dass die Hoffnung nicht enttäuscht, weil sie sich auf Gottes Liebe gründet.
Im vorbereitenden Teil der Predigt zum Heiligen Abendmahl stand der Gedanke im Vordergrund, dass Jesus selbst zur Brücke geworden ist und durch sein Opfer den Weg zurück zu Gott ermöglicht. Das Heilige Abendmahl wird dabei als sichtbare Begegnung mit Jesus Christus verstanden. Die zentrale Botschaft lautet: Jesus Christus ist der Heiland der Welt und jeder Mensch hat die Möglichkeit, das Heil in ihm zu ergreifen.
Im Anschluss an den Gottesdienst richteten der Vertreter der Stadt Bad Schwalbach und die Vertreterin der Arbeitsgemeinschaft der Christlichen Kirchen in Bad Schwalbach das Wort an die Gemeinde. Der Bad Schwalbacher Stadthistoriker erläuterte den geschichtlichen Kontext zur Erbauung des Kirchengebäudes und dessen Bedeutung für die Stadtgeschichte. Es wurde seinerzeit aus Spenden finanziert, um englischsprachigen Kurgästen die Möglichkeit zu geben, auch hier ihre Gottesdienste zu erleben und Gottes Botschaft zu hören. Mit dem Rückgang der Kurgäste zu Beginn des Ersten Weltkriegs diente das Gebäude kurzzeitig militärischen Zwecken, bevor es im Laufe der Jahre zunehmend verfiel. Im Jahr 1957 wurde es von der Neuapostolischen Kirche aufgekauft. Nach umfassenden Renovierungsarbeiten konnte das Gotteshaus 1960 in einem Festgottesdienst von Bezirksapostel Rockenfelder eingeweiht werden.
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