Erwartungsvoll versammelten sich am 7. Dezember 2025 in der neuapostolischen Kirche in Wiesbaden sechs Gemeinden aus dem Süden des Bezirks. Feierliche Vorträge des Instrumentalkreises bereiteten auf den Gottesdienst am zweiten Adventssonntag vor. Als Dienstleiter war Bischof Aramik Fesdjian angekündigt. Der Festgottesdienst wurde am Altar in die englische Sprache übersetzt und mit Bild und Ton in den Bischofsbereich Nahmittelost übertragen.
Als biblische Grundlage der Predigt diente das Textwort: „Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse. Wer Böses tut, der hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind“ (Johannes 3,19-21).
Bischof Fesdjian sprach zu Beginn seiner Predigt das Mosaik unterschiedlicher Kulturen und Mentalitäten in seinem Arbeitsbereich an, zu dem die Länder Ägypten, Griechenland, Libanon, Türkei und Zypern gehören. Dennoch seien die zu diesem Gottesdienst versammelten Gläubigen – ob vor Ort in der Kirche oder mittels Übertragung angeschlossen - vereint im Heiligen Geist.
Dies sei nur möglich durch die Wiedergeburt aus Wasser und Geist, auf die Jesus in seiner Begegnung mit Nikodemus hingewiesen habe (vgl. Johannes 3,1-8). Der „alte Adam“ sei irdisch gesinnt; die Wiedergeburt durch die Sakramente Heilige Wassertaufe und Heilige Versiegelung hingegen begründe die Entwicklung einer „neuen Kreatur“ mit einem neuen geistlichen Bewusstsein. Die Frage richte sich an alle: Willst du Teil dieser Entwicklung sein?
Dies sei zugleich ein Aufruf zur Entscheidung für ein aktives Christ-Sein. In diesem Zusammenhang bezog sich der Bischof auf eine Aussage von Apostel Opdenplatz, die ihn sehr beschäftige: Das Christsein sei für Gotteskinder kein Selbstzweck.
Aktive Christen seien bestrebt, sich für das Wohl ihrer Nächsten einzusetzen, ihnen Gutes zu tun. Dies beziehe sich nicht nur auf irdische Aspekte, sondern schließe ein, dass diesen Heil in Christus zuteilwerde. In Jesus Christus offenbare sich das im Bibelwort angesprochene Licht, er sei das „Licht, das in die Welt gekommen“, das die Gemeinde im Eingangslied besungen habe (Gesangbuch, Nr. 116).
Ein besonderer Akzent dieses Gottesdienstes war die Einführung von Bischof Matthias Schäfer, den Bezirksapostel Stefan Pöschel im Zentralgottesdienst am Sonntag zuvor beauftragt hatte, Apostel Gert Opdenplatz künftig als Bischof in den Bezirken Frankfurt, Mainz, Rheinpfalz und Wiesbaden zu unterstützen. Aus diesem Grund waren auch die Bezirksvorsteher dieser Bezirke und ihre Stellvertreter anwesend.
Bischof Schäfer zitierte in seiner Predigtzugabe eine Aussage von Bischof Michael Eberle im Zentralgottesdienst, die für ihn eine besondere Bedeutung gewonnen habe: „Du bist hier, weil der Herr dich gerufen hat und nicht, weil irgendein Zufall, eine Laune der Natur dazu geführt hätte.“ Nicht nur den Geistlichen gelte dies, sondern allen von Gott Erwählten: Gott ruft dich! Er rufe, in den „Lichtkegel Gottes“ (eine bildhafte Formulierung von Stammapostel Wilhelm Leber) zu kommen und die göttlichen „Lichtstrahlen“ zu erleben. Dieser Ruf fordere eine Entscheidung: Trittst du in dieses Licht, weil du dich in deinem Leben an Jesus Christus orientieren, wie er handeln, letztlich, wie er werden möchtest? Oder bleibst du, wo du bist? Zu dieser Entscheidung brauche es Mut. Denn ins Licht zu treten, mache verletzlich. Damit sprach der Bischof die Sorge des Einen oder Anderen an, im Licht werde vielleicht die Differenz zwischen Anspruch und Realität offenbar. Im Lichtstrahl des Opfers Christi in Sündenvergebung und Heiligem Abendmahl bewirke Gott aber, dass alle, die bußfertig und reumütig Gnade suchten, danach „im besten Licht erscheinen“ - zwar nicht mit den Augen sichtbar, aber in der Seele spürbar. Ein denkwürdiger Gottesdienst, in dem auch die besondere Beziehung von Bischof Fesdjian
zur Gemeinde Wiesbaden deutlich wurde. Der Bischof erwähnte, 1973, kurz nachdem sein neues Leben als Kind Gottes begonnen habe, habe er zum ersten Mal hier Gottesdienste und Gemeindeleben erlebt. Es sei eine schöne Gemeinde gewesen. Mehr als fünf Jahrzehnte später dürfe er bekennen: „Es ist auch heute eine schöne Gemeinde.“ Er fügte hinzu: „Passt auf eure Gemeinde auf, dass sie eine schöne Gemeinde bleibt.“
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